Georg Graf von Hertling

Aus Lexikon Erster Weltkrieg

deutscher Politiker und katholischer Philosoph; * 31. August 1843 in Darmstadt , † 4. Januar 1919 in Ruhpolding

Georg Graf von Hertling

ab 1914 Graf von Hertling;

Neben eigener Forschung und Lehre war der Professor aktiver Förderer katholischer Wissenschaft in Deutschland, Mitgründer der Görres-Gesellschaft, Fraktionsvorsitzender der Zentrums-Partei (1909) und bayerischer Ministerpräsident (1912-17). Sein Ansehen veranlasste den Kaiser, ihn als Nachfolger Bethmann Hollwegs vorzusehen, doch lehnte Hertling aus Altersgründen ab. Drei Monate später, am 1.11.1917, war er dann doch noch bereit. Hertling setzte sich entschieden für das Selbstbestimmungsrecht auch der Völker im Osten ein und suchte nach dauerhaften Lösungen für diesen unruhigen politischen Raum. Doch er konnte den von den Militärs diktierten, für die Sowjetunion sehr nachteiligen Frieden von Brest-Litowsk nicht verhindern. Ebenso wenig gelang es ihm, in einem erneuten Anlauf die konservativen Widerstände gegen die Wahlrechtsreform in Preußen zu überwinden. Als Hertling freie Hand für Friedenssondierungen verlangte, verweigerten ihm Kaiser und Militärs die Zustimmung. Als dann die Oberste Heeresleitung am 29.9.1918, nach dem Scheitern der letzten Offensiven, einen sofortigen Waffenstillstand forderte, nahm der Graf seinen Abschied. Er überlebte das Kaiserreich nur um zwei Monate.


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November 1914.

... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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